29/07/2026

Sein letzter Kuss

 Bist du bereit für den letzten Tanz, Liebes? Ich schließe alle Türen und Fenster, ziehe die Vorhänge zu und mache das Zimmer still. Nimmst du meine Einladung an? Hörst du nicht, wie sie singen — die Stimmen in den Wänden, das Flüstern der Nacht, das leise Klingen der Straßenlaternen? Und spürst du meinen Kuss auf deiner Haut, warm und fordernd, wie ein Versprechen? Willst du nicht auch alles hinter dir lassen, die alten Sorgen, die leisen Zweifel, den Staub vergangener Tage? Ich weiß, es sind viele Fragen. Aber bevor ich anfange, dich zu jagen, wollte ich dich haben und wissen, was du denkst. Eines weiß ich ganz genau: Deinen Willen kann ich nicht brechen, so sehr ich es mir manchmal wünsche.

Warum sagst du nichts? Warum schweigst du dich aus, als wärst du in ein Wintermeer aus Stille gefallen? Hast du vergessen, was ich für dich getan habe, all die kleinen Gesten, die Nächte, in denen ich bei dir blieb? Sieh’ doch! Ich habe dir ein Bett ausgegraben — weich gepolstert mit Decken, mit Herbstlaub und Rosenblättern geschmückt, ein Versteck nur für uns. Ist es nicht schön? Dort können wir beide schlafen, und schlafen, bis die Sonne aufgeht und die Welt sich neu ordnet. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Mein Kuss war für deine Ewigkeit bestimmt. Findest du nicht auch, wir sind ein gutes Paar, zwei unvollständige Hälften, die sich ergänzen? Bitte schweige nicht so laut. Komm, schnell, bevor der Regen dich durchnässt und die Straßen glänzen, bevor die kalte Luft deinen Mantel durchnässt und alle Wärme verschwindet.

Ich habe dich gesehen, und wollte für immer bei dir sein, in jeder Dämmerung und jedem Morgen. Du hattest mir ein süßes Lächeln geschenkt, so zerbrechlich und echt. Und ich, schenke dir diesen Kuss, damit du weißt, dass ich bleibe, zumindest für jetzt. 😥



26/07/2026

Ist es alles?

 Ist das alles, was ich habe? Ein voller Bauch, ein leerer Kopf, und schwere Schultern? Schwere Worte hinter meiner Zunge?


Ist es alles, was ich bin? Ein Mensch voll Trauer? Ohne Wissen, mit dem umzugehen? Oder sollte ich es als Spiel sehen, als Geschenk Gottes, oder Gabe? Ich bin kein Mann, der vorausläuft.


Wenn Gott meine nächsten Schritte schon kennt und mir dabei zusieht, kann ich dann stolz sein?


Wenn jede Träne ihren Weg sucht, wozu sollte ich sie zurückhalten?


Ist es alles, was ich kann? Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen?


Ist es alles, was ich will? Mich in den Abgrund zu stürzen, und als Engelchen aufzusteigen?


Ist es alles, was ich brauche? Ein Kuss der Lady im schwarzen Nachthemd?


 

17/07/2026

Der Autor und die Sucht

 

Heute fallen mir wieder tausend Ausreden ein, um nicht zu schreiben. Es fühlt sich so an, als ob mein Kopf zu leer und mein Bauch zu voll wäre. Ich weiß, dass ich es zu Ende bringen muss. Nur meine Wenigkeit kann die Geschichte zu Ende erzählen. Und nur ich alleine, kann die Sucht bezwingen. Es ist schwer, und ich möchte leichter sein. Man hat erst dann ein Problem, wenn man sich die Sucht eingesteht. Zuvor ist man berauscht. Glücklich und zufrieden. Das schlechte Gewissen kommt erst, wenn der Pegel sinkt. Scheiße, ich weiß, alles kann zur Sucht werden. Und für mich, gibt es nur die Lösung, der Verlagerung. Ich habe aufgehört zu rauchen, trinke keinen Alkohol mehr, spiele nicht mal Lotto, und doch bin ich abhängig. Abhängig von Zucker. Ich habe so vieles erreicht. Und doch fühle ich mich, nichtig und klein. Ist es eine Gabe, sich selbst zu unterschätzen? Oder ist es ein Fluch, sich selbst nicht zu überschätzen?


Das Thema Sucht, und der Umgang mit ihr, ist mir wichtig. Deshalb schrieb ich „Wem die Rose blüht“. Peter Schmidt trank, und kam nur sehr schwer davon ab. Neulich ist mir klargeworden, dass die Charaktere in dem Roman, mir und meinen Phasen, sehr ähneln. Die Geschichte ist bisher unveröffentlicht. Ich arbeite daran, weil meine Welt diese Zeilen braucht.


Jetzt weiß ich, dass man nicht jedem Impuls folgen soll. Nicht jede Idee ist gut! Ich bin jetzt zufrieden, denn ich habe dem Drang, mich mit Süßigkeiten vollzustopfen, widerstanden. Auch das Verlangen nach einem Mittagsschlaf, konnte ich beiseiteschieben. Für das Erste, versteht sich. Und so schiebe ich die Sucht weiterhin vor mir her. Genauso wie die tausend Ausreden, um nicht zu schreiben. Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass ich, für heute die Sucht besiegt habe, und mich belohnen. Aber womit? Da fallen mir keine tausend Gründe ein.


Ich bin faul, vielleicht ist das auch ein großes Problem. Jeden Tag wache ich auf, und bleibe im Bett liegen. Als hätte ich nicht genug geschlafen. Es ist, meiner Meinung nach, eine Form der Verdrängung. Aber was möchte ich damit bezwecken? Mich aufmerksam machen?